David Schein

David Schein ist Schriftsteller, Theaterkünstler, Komponist, Lehrender und Produzent. Er ist der Autor vieler Soloshows, Theaterstücke, Musicals, Klanginstallationen und Performance-Gedichte. Er unterrichtete literarisches Schreiben an Theaterschulen, Colleges und Kunsteinrichtungen in den USA und Europa. Er selbst besuchte den Writer’s Workshop an der University of Iowa und gründete dort, zusammen mit John O’Keefe und Robert Ernst das Iowa Theatre Lab, das auf der Arbeit Jerzy Grotowskis beruht. Mit Ernst und O´Keefe zog er nach Berkeley um, wo er 1975 die Blake Street Hawkeyes und die Kultspielstätte 2019 Blake Street gründete. Er war einer der Autoren hinter Whoopi Goldberg on Broadway, mit dem Performancekünstler und Preisträger des MacArthur Genius Award, Guillermo Gomez Peña, schrieb er “Border X Frontera” für das American National Public Radio.

1980 begann seine künstlerische Beziehung mit den deutschen Theaterschaffenden Pit Hartmann, Barbara Kemmler und Manfred Kerklau im Kreativhaus Münster, die zu vielen Kooperationen geführt hat: “The Der Die Das” (1981), ein Gastspiel mit Whoopi Goldberg (1983), “Der Rückkehr Der Juden” (1989) und jüngst Manfred Kerklaus “Blake and Me and the Universe,” (2020).

Seit 1982 spielt er seine Soloshow “Out Comes Butch” in den USA, Kanada und Europa. Seine Oper “TOKENS: A Play on the Plague”, von Schein verfasst und produziert, komponiert in Zusammenarbeit mit Candace Natvig für sechzig Performer*innen, entstand 1984, zu der Zeit, als der sogenannte “Schwulenkrebs” die Schauspieler- und Performercommunity in San Francisco dezimierte. Sie wurde dreimal mit den Hollywood Dramalogue Awards und viermal mit den Bay Area Critic Circle Awards ausgezeichnet. 1986 schrieb und inszenierte er das Musical “Reverence for the Dead” über die Rückkehr von Lee Harvey Oswald, für das er in Zusammenarbeit mit J. Raoul Brody auch die Musik komponierte.

Von 1991 bis 2003 lebte Schein in Chicago – auf dem Höhepunkt der Crack-Epidemie. Dort leistete er Pionierarbeit, in dem er mit Ron Bieganski und Anita Evans ein Schreib- und Theaterprogramm für Jugendliche, TeenStreet, entwickelte, das in den 90ern durch Europa tourte und dabei u. A. im Theater im Pumpenhaus zu Gast war. 2002 gründete er in Äthiopien mit einem Ensemble aus Straßenkindern das One Love AIDS/HIV Awareness Theater (Onelove.org), das 15 Jahre lang Theaterstücke über AIDS und Geschlechtergerechtigkeit auf ländlichen Marktplätzen in Afrika aufführte.

2010 zog er zurück in seine Heimatstadt Burlington (Bernie Town), Vermont. Hier lebt er mit seiner Frau, der Schauspielerin Dana Block. Nach der Präsidentschaftswahl 2016 führte er in Burlington Alfred Jarry´s Ubu Roi, TrumpUbu Rex auf, in einer Adaption von Schein und der Dichterin Seth Steinzor. Zu seinen Veröffentlichungen gehören “Out comes Butch” (West Coast Plays), “Incident in Awassa” (American Theatre Reader) und zwei Bücher im Formite Verlag: “My Murder and Other Local News” (2014), eine Sammlung von Performance-Gedichten “The Adoption” (2019), ein Roman. Beide Bücher sind über den Formite Verlag, Amzon und davidschein.com erhältlich.

Wenn er nicht gerade in einer Bar in Vermont seine Lieder singt, nach neuen Aufführungsmöglichkeiten für “Tokens: A Play on the Plague” sucht, am Drehbuch zu Out Comes Butch arbeitet oder die Verbreitung von ”The Adoption” vorantreibt, arbeitet era ls Mitglied des Theaterkollektivs Off Center for the Dramatic Arts in Burlington und ist Direktor der Vermont People With AIDS Coalition.