Johanna Marx

Johanna Marx heiße ich, ein 78er Jahrgang bin ich.
Aufgewachsen bin ich nach den Zwischenstationen Stuttgart und Paris, in Rösrath, in der Nähe von Köln.

Während der Schulzeit hab ich mir einen Bart angeklebt um den Mangel an Männern Im Schultheater auszugleichen; Schauspiel wollte ich studieren und das hab ich dann auch gleich nach dem Abi in Berlin an der Universität der Künste gemacht. Ohne Bart.

Während dieser Zeit kam ich auch zum ersten Mal mit dem Sprechen hinterm Mikrofon beim Radio in Kontakt.

Nach vier Jahren Studiererei hab ich Berlin verlassen um in Dortmund am Stadttheater mein erstes festes Engagement anzutreten. Das hieß: spielen, spielen und nochmals spielen. Viele verschiedenste Stücke. 7 Jahre lang. Ich fand, das reichte und so zog ich weiter, nach Köln.

Ich arbeitete nun selbständig an diesem und jenem Theater deutschlandweit und bewarb mich auch beim WDR als Sprecherin. Das klappte,und ich wurde meist für Hörspiele und Features eingesetzt und ich empfand dieses neue Gebiet als eine tolle Bereicherung.

In der Selbständigkeit ist man vielseitig, so fing ich außerdem an aus Romanen Theaterstücke zu schreiben. Nach vier Jahren unstetem durch die Lande reisen zog ich 2012 nach Münster um am Stadttheater wieder im Ensemble als Schauspielerin meinen Platz zu haben. 2014 kam mein Sohn zur Welt, da war ich schon in Berlin.

Nach einer kurzen Pendelepisode zwischen Berlin und Münster schlug ich am Schlosstheater in Celle meine Zelte auf.

Die Berufswahl war für mich nie eine Frage. Was ich daran so schätze:

Ich darf mir den ganzen Tag den Kopf darüber zerbrechen wie Menschen miteinander kommunizieren. Ich frage mich, wie muss ich etwas sagen, damit ich authentisch bin. Und wie kann ich mein Gegenüber mit dem Gesagten erreichen?

Der Kontext des Dialogs ist immer ein anderer. Und das macht es spannend.

Andere Kollegen, andere Rollen, andere Texte, andere Orte.

Also immer wieder den Dialog suchen, immer neue Wege suchen und finden, um zu kommunizieren. Immer wieder neu und von vorne anfangen und sich einer Situation stellen. Nie wissen, ob es aufgeht. Und wie es aufgeht. Das ist nie langweilig. Und gilt genauso für das Schauspiel wie für das Radio.