REISE ZUM ENDE VOM ENDE DER WELT

Wo soll das nur hinführen?

Fragst Du Dich das auch? Szenarien vom Weltuntergang sind so alt wie die Menschheit. Doch heute, im digitalen Zeitalter mit seinen rasenden Datenflüssen, anschwellenden Fluchtbewegungen, steigenden wie sinkenden Wasserpegeln, ja in dieser Phase kommt noch eine Pandemie hinzu. Wir verlieren den Kontakt zu vielem, was unser Leben, unsere Arbeit ausmacht. Beginnt so die Apokalypse? Starten wir in den Untergang der Welt?
Oder es wird ganz anders! Aus diesen krisenhaften Situationen wachsen neue, gute Ideen für die zukünftige Gesellschaft. Wir können problematische Entwicklungen erkennen und anders lenken. Steuern wir eine Utopie für unsere Gemeinschaft an!

Weltende. Ein Gedicht von Jakob von Hoodis

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Kultur pendelt zwischen Dystopie und Utopie

So erklärt sich der Name unseres Projektes. Eine Reise vom Ende zum Ende der Welt – also vom Weltuntergang zu bisher nicht gedachten Versionen für unseren Planeten. Okay, Münster ist eine miniwinziger Punkt auf dem Globus. Aber wer groß denkt, kann im Kleinen viel bewirken! Machen wir uns auf den Weg. Am besten direkt mit Mikrotheater, einer ganz neuen Form der Kultur:

Was ist eigentlich Mikrotheater?

Mikrotheater entstand in Spanien während der Finanzkrise im Jahr 2008. Geld für Kultur? Fehlanzeige! Darum organisierte man sich selbst und neu. Kreative schlossen sich zusammen, spielten an einem Ort in verschiedenen Räumen ihre kleinen Stücke. Die Zuschauenden wandelten von Raum zu Raum in einer privaten Atmosphäre – ein intensives, konzentriertes Kulturerlebnis war entstanden. Inzwischen hat es eine definierte Form erhalten. 15 Zuschauende erleben ein Theaterstück von 15 Minuten Länge.

Die Reise nehmen wir wörtlich

Zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Bus fahrt Ihr – unsere Zuschauenden – von Station zu Station. An jedem Stopp im Stadtgebiet von Münster erlebt Ihr ein Stück Kultur: kurze Theaterstücke, Performances, Konzerte, Ausstellungen. Wir spannen den Bogen von Dystopie zu Utopie. Gemeinsam erforschen wir, welche Version der Welt wir leben wollen; welche Vision sie für unsere Enkel und Enkelsenkel zu einem Planeten voller Leben macht.