System­relevanziergang Vol. 2  – Walk’n Act

Coronahilfe, die bewegt

Wir gehen weiter. Beleuchten Sie mit einem Mitglied des Stadtensembles die These: “Kunst ist systemrelevant!”. Ein Spaziergang, der Gedanken bewegt – coronagerecht natürlich!

Gehen und einen Standpunkt finden

Wir durchlaufen den zweiten Winter mit Corona. Die Inzidenzen gehen wieder hoch. Die Kultur fährt wieder runter. Das Publikum zögert und bleibt aus. Was immer geht? Spazierengehen! Im Verlauf der Pandemie entdeckten wir, wie gut es ist, miteinander spazierend zu reden … und manchmal auch zu schweigen. Sich Zeit nehmen und auf eine Person sowie ihre Ideen fokussieren. Der Informationsflut entfliehen und zugleich neugierig bleiben. Das gelingt mit dem coronagerechten Eins-zu-eins-Spaziergang. Unserem: Systemrelevanziergang.

Der Systemrelevanziergang

Das Kunstwort bringt unsere neue Lieblingsbeschäftigung in Zeiten von Corona mit einer zentralen Frage zusammen: Ist Kunst systemrelevant? Im Jahr 2021 suchten 150 spazierende Paare nach Antworten. Kolleginnen und Kollegen des Stadtensembles trafen kunstliebende Menschen. Menschen, die Theater, Musik, Tanz, Lesungen, so sehr vermissen wie wir. Wir spürten: Corona macht die Frage nach Relevanz der Kunst deutlich und eine Antwort dringlich.

Kunst ist systemrelevant

So lautet unser Fazit nach den Systemrelevanziergängen der vergangenen Monate. Darum wandeln wir zum Jahreswechsel nach 2022 die Frage in eine Aussage. Und wir laden Sie ein zur Fortsetzung. Sie teilen die Position? Sie haben einen anderen Standpunkt? Noch besser! Bewegen wir uns aufeinander zu. Die Gespräche helfen uns, den Wert von Kunst deutlich zu kommunizieren. Denn das Stadtensemble ist mehr als ein freies Theater. Wir verstehen uns als Akteure im stetigen, gesellschaftlichen Wandel. Und Sie? Tragen die Gedanken aus dem Gespräch mit sich und vielleicht zu anderen. Gemeinsam erkennen wir, was sich im letzten Jahr verändert hat. Wir spinnen Visionen, die uns optimistisch stimmen.

Lieber zuhören statt reden?

Das geht auch mit den Walk’n Act Specials unseres Systemrelevanziergangs – nach dem erfolgreichen Konzept von Walk’n Act. Genießen Sie einfach die Kunst.

Das spazierende Duo stellt sich gegenseitig Fragen, bewegt verschiedene Themenkomplexe wie Ehe, Frausein, Hoffnung, Humor, Geld, Freundschaft, Vatersein, Heimat, Eigentum, Tod oder den Erhalt der Menschheit.

07. Januar, 15.00 Uhr
21. Januar, 15.00 Uhr
30. Januar, 15.00 Uhr

Es wird soviel geredet, soviel Meinung ausgetauscht, der Wortaustausch erreicht ein Höchstmaß, vor allem auf Social Media, wir drehen uns im Kreis, so dass es auch mal gut tut miteinander zu schweigen und sich zum Abschluss einfach in die Augen zu sehen und wieder auseinander zu gehen. So werden wir vermutlich schweigend mehr gesagt haben.

24. Januar, 15.00 Uhr
14. Februar, 15.00 Uhr
18. Februar, 15.00 Uhr

Die Spazierenden bringen sich gegenseitig einen kleinen Strauß selbst gepflückter Lieblingslyrik mit. Man lauscht einander und kommt ins Gespräch.

02. Januar, 15.00 Uhr
04. Januar, 15.00 Uhr
09. Januar, 15.00 Uhr

Das Duo spaziert durch Münster, Texte verschiedener Gattungen, Genres und Epochen im Rucksack. “Halt, hier machen wir eine Pause.” Sie stoppen gemeinsam und ziehen einen Text aus dem Gepäck, der vorgetragen wird. Wie treten Text und Ort miteinander in den Dialog? Spannend!

14. Januar, 15.00 Uhr
22. Januar, 12.00 Uhr

Amüsant und kommunikativ: Der Spaziergang führt von der Herz-Jesu-Kirche zum Lindberghweg. Unser Tipp: Festes Schuhwerk anziehen. Zur Belohnung gibt es eine Tasse Tee im Künstleratelier.

15. Januar, 15.00 Uhr
21. Januar, 15.00 Uhr
04. Februar, 15.00 Uhr

Chlorophyll fürs Gehirn. Ob Baum, Busch, Gras oder Pflanze … Wir finden gemeinsam Worte, die unseren Spaziergang lyrisch beschreiben. Äußere Impulse setzen sich im Inneren fort. Probieren Sie sich ganz neu aus!

Spaziergang im Park Sentmaring, 29. Dezember 2021

Waldgedanken im Winter – Jens Harmer
Mit fremden Federn geschmückt
Spür ich ein Verlangen,
doch steh‘ ich abseits krumm und gebückt
im Widerstand gefangen.
Die Furcht ließ mich erstarren
Bis in die Verästelung hinein.
Doch will ich nicht verharren,
denn südwärts möchte ich sein.

An ausgewählten Plätzen rezitieren Künstlerinnen und Künstler Text, die sie persönlich beeinflusst haben. Werke der Performerin Marina Abramovic oder von dem Komponisten John Cage sind zum Beispiel dabei. Eine Klangperformance begleitet die Kurzlesung. Die Kombination mündet in einem Gespräch über Performance-Kunst.

16. Januar, 15.00 Uhr, Georg Büchner
05. Februar, 15.00 Uhr, John Cage
13. Februar, 15.00 Uhr

Dieses Zitat von Nietzsche ist Startpunkt dieses Spaziergangs. Die Welt um die Spazierengehenden herum wird erkundet, die Alltagsbewegungen werden bewusst wahrgenommen und dienen der augenblicklichen Inspiration. Ein verkörperts Gespräch durch und über Tanz & Bewegung.

22. Januar, 15.00 Uhr
23. Januar, 15.00 Uhr
05. Februar, 15.00 Uhr

Wir spielen, rezitieren singen oder tanzen, zeigen und offenbaren uns gegenseitig unsere liebsten Texte, um anschließend darüber zu reden, zu lachen, zu weinen oder zu schweigen. Ich freue mich sehr mit Ihnen einzutauchen in die vielfältige Welt der Literatur, sei es Lyrik oder Prosa, was Eigenes, Märchen, Kindheitserinnerungen, Liedtexte, dramatische Monologe, lustige Geschichten oder philosophische Schriften. Was immer uns interessiert, wir bringen es mit und präsentieren es auf unsere persönliche Art und Weise. Wenn Sie aber einfach nur zuhören möchten geht das natürlich auch.

18. Februar, 17.00 Uhr
25. Februar, 17.00 Uhr
11. März, 17.00 Uhr

Was macht der Geist des Ortes mit uns? Bleiben wir immer dieselben, egal wo wir uns gerade befinden oder verändert sich, je nach Ort, unsere Haltung oder sogar unser Gesichtsausdruck?
Finden wir es raus!

3 Orte = 3 Fotoshootings = 3 Bilder

30. Januar, 14.30 Uhr
13. Februar, 14.30 Uhr

Da ja das (Beziehungs-)Leben, wie man weiß, zwei (und mehr) Seiten hat… (es kann auch mal fies werden) gehen wir literarisch und lyrisch durch dessen Höhen und Tiefen. Gerne auch Texte oder Diskussionsstoff mitbringen…muss aber nicht.

23. Januar, 15.00 Uhr
28. Januar, 16.00 Uhr
02. Februar, 16.00 Uhr

Los geht’s

Lust auf 60 Minuten Austausch über die Relevanz der Kunst? Und Lust auf ein Blind Date? Sie lernen die Künstler*innen erst vor Ort kennen.

  • Melden Sie sich bitte über unser Kontaktformular für Ihren Systemrelevanziergang an.
  • Stellen Sie hier gerne Ihre Fragen. Wir antworten.
  • Pay what you can – überweisen Sie ein “Eintrittsgeld”, das Sie für den Systemrelevanziergang als angemessen ansehen, auf das Konto des Stadtensembles. Die Honorierung unterstützt alle Künstler*innen gleichermaßen.
  • Nach Eingang der Überweisung kontaktieren wir Sie. Wir nennen den Treffpunkt in Münster. Sie werden ein überraschendes Blind Date erleben.

Sie brauchen sich nicht vorzubereiten. Der Systemrelevanziergang ist kein Interview, sondern ein Austausch auf Augenhöhe. Der Spaziergang endet nach 60 Minuten und sie ziehen gemeinsam ein Fazit. Wollen Sie das auf unserer Website veröffentlichen? Direkt vor Ort oder im Anschluss nehmen Sie ein kurzes Video oder eine Sprachnachricht auf. Oder Sie senden ein schriftliches Statement. Wir veröffentlichen anonym oder mit Ihrem Namen – wie Sie es mögen.

Sie bleiben lieber drin? Hier geht es zu Ihrer Alternative: Bei Anruf: WORT!

Termin zum Spazieren und Diskutieren anfragen

Hier können Sie einen Wunschtermin anfragen. Wir werden uns umgehend bei Ihnen melden und den Termin bestätigen oder einen Alternativtermin vorschlagen.

Bitte überweisen Sie per PayPal oder auf das untenstehende Konto:

Stadtensemble Münster
Sparkasse Münsterland Ost
DE74 4005 0150 0154 0333 69
Verwendungszweck: Systemrelevanziergang / Wunschtermin

Fazite und Impressionen

»Vielen Dank für die Möglichkeit gestern an dem Spaziergang teilzunehmen! Über die Systemrelevanz von Kunst haben wir ehrlich gesagt gar nicht gesprochen, sondern ich durfte eher eine kleine private Stadtführung durch die schöne Münsteraner Innenstadt genießen! Dank dafür!«

Waldgedanken im Winter

Mit fremden Federn geschmückt
Spür ich ein Verlangen,
doch steh‘ ich abseits krumm und gebückt
im Widerstand gefangen.
Die Furcht ließ mich erstarren
Bis in die Verästelung hinein.
Doch will ich nicht verharren,
denn südwärts möchte ich sein.

Baumtraum-Lebensbaum

„Hilfe“, sagt das Wasser.
„Ich versinke“.
Die verletzte Gemeinschaft, ehemals frei
lechzt nach Licht
und ich ertrinke.
Im Altern behütet und beschützt
verschwinde ich in der Südsee,
lebe im Pazifik meinen Lebenstraum
beherbergt und bemützt.