Stadtbestäubung

zum Welttag der Poesie am 21.3.2020

Von der Unesco wurde der 21. März zum Welttag der Poesie ausgerufen. Dieser Tag wird seit 2000 jedes Jahr gefeiert, die zentrale Veranstaltung für Deutschland richtet die Literaturwerkstatt Berlin und deren Internetplattform lyrikline.org aus. Er soll an „die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern“. Weiterhin soll ein interkultureller Austausch gefördert werden.
Der Gedenktag soll auch dazu beitragen, dem Bedeutungsverlust der Poesie entgegenzutreten. Mit dem Aktionstag soll gezeigt werden, dass die Poesie auch im Zeitalter der neuen Informationstechnologien einen wichtigen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben einnehmen kann.
Am Welttag der Poesie finden Lesungen, Ausstellungen und Rezitationen lyrischer Werke in Medien und Kulturinstitutionen statt. Die zentrale Veranstaltung in Deutschland findet seit Beginn im Max-Liebermann-Haus der Stiftung Brandenburger Tor statt. Weiterhin sollen poetische Werke veröffentlicht und Poesiepreise vergeben werden. Besonders Schüler werden angesprochen. Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt sind aufgefordert, Gedichte zum Thema Gewalt und Frieden zu schreiben. Zudem trommeln sie an diesem Tag um 11:30 Uhr (MEZ) für den Frieden.
Der Welttag der Poesie steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO und der Vereinten Nationen.

Geplant war den Welttag der Poesie auch hier in Münster zu begehen und nicht nur das Stadtensemble erneut zu einer poetischen Stadtintervention zu mobilisieren, sondern großflächig Bürger*innen Münsters jeglichen Alters und Nationalität durch die lokalen Medien frühzeitig einzuladen in Münsters City und an Orten, die Poesie dringend nötig haben und wo nichts wächst, mit ihrem Lieblingsgedicht oder mit selbst verfasster Lyrik den Frühling einzuläuten, die Stadt auf gleiche Art zu „bestäuben“ wie dies so wundervoll während POETRY 2019 funktioniert hat. Die verschiedenen Gruppen mit den einzelnen Mitgliedern des Stadtensembles als Teamleiter*innen zusammen mit den Bürger*innen der Stadt hätten sich ohne Corona an verschiedenen Startpunkten innerhalb der Stadt getroffen, um sich innerhalb eines Zeitfensters von 2 Stunden sternförmig auf die Mitte der Stadt, den Domplatz zuzubewegen, um mit der Poesie soviel Stadt wie möglich zu „bestäuben“ und Postkarten mit den ausgewählten Lieblingsgedichten oder Ausschnitten davon zu hinterlassen.
In Kooperation mit dem Theater Münster, dem Kammertheater Der kleine Bühnenboden, dem Pumpenhaus und dem Boulevard Theater sollte es eine Verlosung von Freikarten für die beteiligten Bürger*innen geben.

Dann kam der Lockdown. Kurzfristig haben wir das Format in eine „Netzbestäubung“ verwandelt. Die Stadtensemblemitglieder und die Bürger*innen haben ihre Gedichte in Videos gebannt, welche jetzt auf der Facebookseite „Stadtbestäubung“ zu genießen sind.