Festival der Demokratie

2. – 10. Oktober 2021 im Theater im Pumpenhaus, Münster
und schon ab Herbst 2020 in verschiedenen Werkstattaufführungen und Werkstattformaten Corona gerecht erlebbar

GLAUBWÜRDIG! BEISPIELLOS! EINZIGARTIG! UNVERWECHSELBAR! PHÄNOMENAL! UNVERZICHTBAR! – UND TROTZDEM GEFÄHRDET: DIE DEMOKRATIE
Einig sind sich alle: Als best-mögliche aller Staatsformen kann nur die Demokratie ein Garant für ein friedvolles Neben- und Miteinander unterschiedlicher Geschlechter, Ethnien und Religionen sein. Und doch müssen wir um ihren Bestand fürchten, gibt es berechtigte Zweifel an ihrer Stabilität, scheint sie weder unantastbar noch ungefährdet. Münsters Kulturschaffende aus allen Sparten und Disziplinen wollen in einem einzigartigen Gesamtkunstwerk die Demokratie feiern. Das mehrtägige „Festival der Demokratie“ vom 02. bis 10. Oktober 2021 im Theater im Pumpenhaus, Münster, verschmilzt Kunst, Theater, Bildung und Wissenschaft zu einer multidimensionalen Installation, die zugleich Versuchslabor, Erfahrungsraum und offene Denkwerkstatt ist. Mit Aufführungen, Performances, Workshops, Mitmachaktionen und praktischen Übungen wird das Thema künstlerisch erörtert, überprüft, reflektiert und hinterfragt. Ein Projekt, das nicht nur zum Zuschauen einlädt, sondern auch auffordert, eigene Antworten zu finden, sich einzumischen und den Dissens zu wagen.

Wer macht mit?
Die Vielstimmigkeit des Kollektivs, das gemeinsam am Festival der Demokratie arbeitet, spiegelt sich im Programm der neun Projekttage wider. Mit im Boot sind das Theater im Pumpenhaus, das Theater Münster mit dem Jungen Theater, dem Tanztheater und dem Musiktheater, der Kleine Bühnenboden, die WWU und die Studiobühne der WWU, die Musikhochschule, die Kunstakademie, die Münster School of Design, mehrere Schulen aus Münster, das Theaterpädagogische Zentrum, die Filmwerkstatt, das Kreativ-Haus, das Kunsthaus Kannen, die Stiftung „Bürger für Münster“, kulturgrün e.V., Ateliergemeinschaft Schulstrasse/Satellit Kunstverein, Theater Operation, Kunst- und Kulturschaffende, Bürgerinnen und Bürger. Es sind Menschen aus Münster, die sich modellhaft als Stadtgesellschaft mit dem Thema Demokratie beschäftigen – ihr Blick und eine Einladung zur Partizipation geht dabei jedoch über die Stadtgrenzen hinaus und will prototypisch zur Nachahmung und Weiterentwicklung inspirieren.

Was steht auf dem Programm?
Start und Ende des Projekts bilden zwei 24-stündige interdisziplinäre, künstlerische Bühnenprogramme. Über 24 Vorstellungen zwischen 5 und 75 Minuten finden rund um die Uhr statt. Zwischen Theater, Performance,Tanz, Musik und Aktivismus nähern sie sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise. Mitreißend, komisch, unbequem – allen Beiträgen ist gemeinsam, dass sie das Publikum entschieden herausfordern. Musikalische Geschichten zwischen Ost- und Westdeutschland, Rosa Luxemburgs Freiheitsbegriff in einer Version für die Jetztzeit, “Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten” als partizipatives Tanzexperiment, Brandreden sich politisch einmischender Frauen durch die Jahrzehnte, Gegenwartslyrik und Comic, Freiheitslieder und Wutreden, Jamsessions und Rudelsingen. In Teilen des Gesamtprojektes ist das Publikum eingeladen, auf unterschiedliche Weise selbst aktiv zu werden und sich zu beteiligen. Partizipation steht hier allerdings nicht für ein in feste Bahnen gelenktes „Mitmachtheater“, sondern für die Schaffung von Räumen, in denen Teilhabe in selbstbestimmter und ergebnisoffener Form möglich wird.

Im einladend eingerichteten Foyer besteht währenddessen rund um die Uhr die Möglichkeit für Pausen, Begegnungen und Gespräche bei Catering und Getränken. Im und vor dem Pumpenhaus wird es auch Raum für verschiedene Audio- und -Videoinstallation geben.

Innerhalb der Woche verwandelt das Theater sich in eine Do-It-Yourself-Werkstatt für Demokratie. Aktives Zuhören und der Umgang mit populistischen Argumenten werden in Workshops erprobt und geübt. Diskussionen und Impulsvorträge eröffnen neue, überraschende Sichtweisen auf das Thema. Ein Kinderparlament erarbeitet täglich Vorschläge, während unterschiedliche Generationen im Debattierforum aufeinandertreffen. Das MünsterCamp – eine selbstorganisierte Nicht-Konferenz – richtet seinen Fokus in einem ‚Special‘, dass den normalen jährlichen Veranstaltungsmodus ergänzt, auf die Demokratie.

Das gesamte Programm findet in einem Rahmen statt, der Publikum und Beteiligte auf allen Ebenen dazu auffordert, weiterzudenken und mitzubauen. Szenografie, Organisation und Inhalte kommen unfertig, niemals perfekt und mit allerhand Ecken und Kanten daher. So ergebnisoffen präsentiert das Projekt sich als Maker Space, der dazu einlädt, verantwortliches Handeln, demokratische Selbstorganisation, Mitbestimmung und Mündigkeit exemplarisch zu erproben und in die Welt zu tragen.

Website www.festival-der-demokratie.de

gefördert von Sparkasse Münsterland-Ost, NRW KULTURsekretariat, NRW Landesbüro freie darstellende Künste, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Münster Marketing, LWL, Kulturamt der Stadt Münster, Münster – Allianz für Wissenschaft
unterstützt durch Stadtensemble, WWU Münster, Kunstakademie Münster, Theater Münster, Alexianer Münster, Ateliergemeinschaft Schulstraße, TPZ Münster, Theater im Pumpenhaus, Münster School of Design, Der Kleine Bühnenboden, musikhochschule münster, KreativHaus Münster, Stiftung Bürger für Münster